Bewerbungstipps und Karrieretipps im Einzelhandel
Eine Karriere beginnt meistens
mit einer Bewerbung. Einer erfolgreichen Bewerbung. Aber – wie sieht die aus?
Ratgeber im Buchhandel und Internet liefern Regeln, Tipps und Tricks in Hülle und Fülle. Dennoch überrascht es Personaler immer wieder, wie selten der Bewerber die Grundregeln einer schriftlichen Bewerbung tatsächlich kennt. Berufseinsteiger ebenso wie Profis ergattern den Wunscharbeitsplatz umso eher, je konsequenter sie wertvolle Empfehlungen zur erfolgreichen Bewerbung beherzigen.
Deshalb hier für Sie die wichtigsten Tipps für eine professionelle Bewerbung. Details zu den Einzelbestandteilen einer Bewerbung folgen in den nächsten Wochen. Schauen Sie einfach wieder auf dieser Website vorbei.
Die schriftliche Bewerbung – ein Verkaufsprospekt!
Bewerben heißt werben! Ihre schriftliche Bewerbung wirbt für Sie.
Das angeschriebene Unternehmen, der potenzielle Arbeitgeber soll Sie »kaufen«, soll Sie einstellen! Ihre Bewerbung ist also eine Art Verkaufsprospekt, in dem Sie deutlich machen, was Sie so einzigartig macht, was Sie von anderen Bewerbern unterscheidet, warum das Unternehmen Sie braucht und welchen Nutzen es von Ihnen hat.
Nur eine überzeugende Bewerbungsmappe hat überhaupt eine Chance gelesen zu werden. Der erste (Gesamt-)Eindruck zählt! Aber Sie haben wenig Zeit, um einen positiven Eindruck zu machen: In der Regel verwenden die Personaler weniger als eine Minute darauf, sich ein Bild von der Brauchbarkeit einer Bewerbung (und damit einem Bewerber) zu machen. Nur, wenn der erste Eindruck positiv war, werden die Details einer Bewerbung gelesen!
Worauf also kommt es an, damit weiter gelesen wird und idealerweise die Einladung zu einem Bewerbungsgespräch erfolgt? Versetzen Sie sich in die Situation des Lesers, Ihres Kunden: Was würden Sie sich in seiner Situation wünschen in Bezug auf die optimale Bewerbung?
Das 7-Punkte-Programm der gelungenen Bewerbung
Punkt 1
Denken Sie an die Nutzerfreundlichkeit Ihrer Mappe: Sicherlich schick, aber unglaublich unpraktisch in der Handhabung ist z.B. die dreiflügelige Mappe, die aufgeklappt (zu)viel Platz auf dem Schreibtisch beansprucht und Kopieren zum Aufwand macht. Weniger ist mehr – bleiben Sie bei der Mappe klassisch! Eine gute Mappe mit Klemmvorrichtung ist nicht kreativ, aber praktisch und lässt einen schnell zum Wesentlichen kommen – dem Inhalt: Ihnen! Damit setzen Sie (richtige) Prioritäten. Und erleichtern dem Personalverantwortlichen die Arbeit, falls er Ihre Unterlage zur Weiterleitung an die Fachabteilung einmal kopieren muss.
Punkt 2
Ihre Unterlagen sind komplett, umfassen alles, was heutzutage normalerweise in eine Bewerbung gehört, entweder Variante traditionell: Anschreiben, Lebenslauf(mit Foto), Zeugnisse/ Zertifikate oder
Variante modern (empfohlen): Anschreiben, Deckblatt (mit Foto), Lebenslauf, dritte Seite (über Sie persönlich), Anlagenverzeichnis, Zeugnisse/Zertifikate.
Punkt 3
Das persönliche Anschreiben ist beim Personaler die Eintrittskarte zum Weiterlesen! Dieser Teil der Bewerbung wird von den meisten Bewerbern einfach unterschätzt! Dies ist das eigentliche Bewerbungsschreiben, die erste große Hürde, die passiert werden muss, aber an der viele (mindestens 90 %) auf Anhieb scheitern. Machen Sie Lust auf Mehr von Ihnen! Und schreiben Sie den Personalverantwortlichen direkt an – ein „Sehr geehrte Frau/Herr XY“ ist persönlicher (und informierter!) als ein „Sehr geehrte Damen und Herren“.
Für Sie bedeutet das Anschreiben die Quadratur des Kreises, denn Sie haben die (schwierige!) Aufgabe, auf max. 1 Din A 4-Seite (Schriftgröße nicht kleiner als 10) deutlich zu machen
- warum Sie sich auf diese bestimmte Stelle bewerben und
- warum Sie der/die Beste dafür sind
- in kurzen Sätzen, präzise, aber leichtgängig formuliert
- und das natürlich fehlerfrei in Rechtschreibung und Zeichensetzung!
In Anbetracht der Bedeutung des Anschreibens sollten Sie sich ausreichend Zeit für die Formulierung und Gestaltung nehmen und geben! Es ist völlig in Ordnung, wenn Sie über mehrere Tage hinweg das Anschreiben immer wieder ändern und an der Formulierung feilen! Es braucht Zeit, das aus Ihrer Sicht Optimale zu entwickeln! Außerdem findet dabei parallel ein wichtiger Prozess bei Ihnen selbst statt: Überprüfung und Klärung Ihrer beruflichen Zielsetzung: Wollen Sie das wirklich, worauf Sie sich da gerade bewerben? Sind Sie wirklich der/die geeignete Kandidatin dafür oder liegt Ihre Berufung nicht vielleicht doch woanders?
Punkt 4
Ein gutes Anschreiben führt zum Weiterlesen, aber nicht allein zur Einladung zum Gespräch! Der Lebenslauf ist es, auf den es dann ankommt: Ohne einen
- gut strukturierten
- nachvollziehbaren
- optisch wie inhaltlich ansprechenden Lebenslauf und
- seine Informationen über Werdegang, Ausbildung, Erfahrungen, bisherige Aufgaben und Erfolge
geht es nicht weiter. Es sei denn, der Lebenslauf ist so außergewöhnlich, dass die Neugierde, diesen außergewöhnlichen Menschen kennenzulernen, die anderen Aspekte überwiegt.
Achten Sie bei Ihrem Lebenslauf darauf, dass die Schnittmenge zwischen Ihren Qualitäten und den Anforderungen der ausgeschriebenen Stelle möglichst groß ist. Es geht darum, dem Personalverantwortlichen deutlich zu machen, dass Sie genau zu dieser Stelle passen. Überprüfen Sie deshalb bei jeder Bewerbung, inwieweit Ihr Lebenslauf die Eignung für eine Position unterstreicht. Da jeder Arbeitsplatz anders ist, ist ein individuell darauf abgestimmter Lebenslauf immer besser als eine Standardfassung. Sie zeigen damit auch Ihr Engagement für diese Stelle und die Fähigkeit, Prioritäten in geeigneter Form zu setzen. Nutzen Sie diese Chance, sich von anderen positiv abzuheben!
Die Struktur des Lebenslaufes richtet sich nach der eigenen Berufserfahrung und Ihrer Ausgangssituation. Der klassische (deutsche) Lebenslauf ist in einer Vorwärts-Chronologie – von der Schulzeit in die Gegenwart – aufgebaut. Der amerikanische Lebenslauf beginnt mit der aktuellen Position und blickt dann in einer Rückwärts-Chronologie zurück. Grundsätzlich gilt, je mehr Berufserfahrung desto eher wird die amerikanische Vita-Variante bevorzugt. Bei einer schwierigen Ausgangssituation (wie z.B. durch Arbeitslosigkeit) kann es unter Umständen hilfreicher sein, die klassische Variante zu wählen.
Die ideale Länge eines Lebenslaufes beträgt 2 Seiten, bei sehr viel Berufserfahrung können es auch 3 Seiten – aber auf keinen Fall mehr – sein.
Der Aufbau des Lebenslaufes ist tabellarisch, links stehen die Zeiträume, rechts daneben die Stationen des Werdeganges mit kurzer Erläuterung dessen, was Sie dort im Schwerpunkt gemacht haben und – wenn Sie können – welche Erfolge Sie erzielt haben. Auch hier gilt, je konkreter und je weniger Schlagworte, desto besser.
Gegliedert wird der Lebenslauf durch Zwischenüberschriften. Geben Sie dabei Ihrer Vita ruhig eine persönliche Note durch die Wahl einer lesbaren Schrifttype, das Hervorheben von Überschriften z.B. mit einer anderen Farbe oder in fett gedruckt. Aber achten Sie auf Durchgängigkeit und Klarheit, der Leser soll nicht ab- sondern gelenkt werden durch die Form.
Punkt 5
Die dritte Seite in Ihren Bewerbungsunterlagen gibt Ihnen die Möglichkeit, Ihre Eignung für die Stelle zusätzlich zu betonen und das mit Ihrer ganz persönlichen Note.
Die Form ist frei, die Überschrift sollte neugierig machen – idealerweise einen Bezug zur Stelle schaffen, der Text kurz und knackig formuliert sein. Wiederholen Sie nach Möglichkeit nichts, was Sie schon im Anschreiben oder dem Lebenslauf geschrieben haben – das ermüdet den Leser, der wenig Zeit hat!
Punkt 6
Das Anlagenverzeichnis gibt einen Überblick über die beigefügten Zeugnisse und Zertifikate und sollte ebenfalls gut strukturiert und übersichtlich sein. Achten Sie auf saubere Kopien Ihrer Zeugnisse und bitte vermeiden Sie es, diese in Klarsichtfolien zu stecken. Das macht die Bewerbungsmappe unnötig dick, kostet Sie unnötiges Geld und ist für den Personaler lästig, wenn er Kopien machen muss. Bei den Zertifikaten treffen Sie unbedingt eine Auswahl. Nur die Bescheinigungen, die für die Stelle von Bedeutung sein können, gehören in Ihre Mappe! Weniger ist mehr und zeigt wiederum Ihre Fähigkeit zur Konzentration auf das Wesentliche.
Punkt 7
Das Bewerbungsfoto rundet Ihre Bewerbung ab, indem es das Bild zur beworbenen Person zeigt. Dabei kommt es vor allem auf die Qualität des Fotos an. Es sollte professionell gemacht (von einem Fotografen Ihres Vertrauens)sein, Ihr Gesicht zeigen, das offen und freundlich in die Kamera schaut. Ordentlich frisiertes Haar, ein dezent geschminktes Gesicht, angemessene Kleidung, zurückhaltender Schmuck sind dabei selbstverständlich. Schwarzweiß- oder Farbfoto bleibt Ihnen überlassen, da es reine Geschmackssache ist.
Wenn Sie Ihre Bewerbung dann fertig erstellt haben, überprüfen Sie sie zum guten Schluss noch einmal auf korrekte Rechtschreibung und Zeichensetzung. Hilfreich ist es auch, wenn Sie jemand Unvoreingenommenem aus Ihrem Bekanntenkreis die Unterlage vor Versand einmal zeigen, um eine Rückmeldung zur Wirkung Ihrer Mappe zu erhalten. Auch jemand, der nicht Personaler ist, hat einen Eindruck von Ihrer Bewerbung und kann Ihnen Hinweise geben, wo möglicherweise etwas unverständlich geblieben ist.
Übrigens: Wir bieten auch eine individuelle Karriereberatung an.